Archiv der Kategorie: Allgemeines

Erst mal nur eine Kategorie „Allgemeines“. Vielleicht später mehr.

Tastenschreiben in 4 Stunden

Roter Apfel und grüner Jeep oder wie merke ich mir eine Tatstaur
Roter Apfel und grüner Jeep oder: wie merke ich mir eine Tastatur

Vor einigen Wochen war ich samstags in der Volkshochschule und hab‘ an einem Vormittag mal eben die Tastatur auswendig gelernt. Das ganze nannte sich „Tastenschreiben in 4 Stunden“ und ich war sehr skeptisch. Es hätte mich eigentlich nicht verwundert, wenn wir mittags gebrainwashed als frisch gebackene Eigentümer dubioser Schiffsparten aus der VHS gekommen wären. Als es dann los ging mit „Schließen Sie die Augen und Sie sehen einen roten Apfel“ war meine gedachte Antwort: „Nööö, ich seh‘ nur tiefes Schwarz“.

Aber gut, der Chef hat bezahlt und wer weiß, was sich noch ergibt…

Im Lauf des Vormittags entwickelte sich dann eine amüsante Geschichte über einen roten (der kleine Finger) Apfel (das A), einen grünen (Zeigefinger) Jeep (das J) und allerlei andere Abenteuerlichkeiten. Genau das Zeugs, das ich mir – auch ohne es vor meinem geistigen Auge zu sehen – wunderbar merken kann. Und, quasi en passant, habe ich tatsächlich die Tastatur mal eben auswendig gelernt! Der Rest ist dann reine Übungssache.

Dieser Artikel ist also der erste, der – noch nicht so richtig schnell, aber immerhin – mit zehn Fingern getippt wurde. Und ich hab nirgends aus Versehen Ente getippt!

Libelle: Werkzeug oder Insekt?

Vierfleck (Libellula quadrimaculata)
Vierfleck (Libellula quadrimaculata)

Täglich bekomme ich eine Mail aus der GEO-Redaktion mit einer schlauen Frage. Letztlich zum Beispiel: Wie nennt man das flüssigkeitsgefüllte Glasröhrchen der Wasserwaage, in dem eine Blase die Waagerechte anzeigt?

OK, das war einfach. So ein Ding heißt Libelle. Das weiß ich. Aber was ich eigentlich sonst noch so über Libellen und warum heißt das Glasröhrchen eigentlich Libelle? Fliegt ja nicht wirklich.

Ab ins Wiki und schnell nachgeschaut:
Der Ursprung des Namens „Libellen“ war lange Zeit ungeklärt. Eingeführt wurde der Name von Carl von Linné, der die Gruppe als „Libellula“ bezeichnete, ohne dies näher zu erläutern. Die tatsächliche Quelle des Namens wurde erst in den 1950er Jahren entdeckt. Sie stammt aus dem Werk „L’histoire entière des poissons“ von Guillaume Rondelet (1558), in dem Folgendes geschrieben steht (deutsche Übersetzung nach Jurzitza 2000):

Ein kleines Insekt könnte Libellula fluviatilis genannt werden, da sein Körperbau einem Meeresfisch ähnelt, der Zygaena oder Libella heißt. Er hat die Form einer Wasserwaage, wie sie die Architekten verwenden, und wird in Italien auch Hammerfisch genannt. Jenes Tier ist sehr klein, hat die Form eines ‚T‘ oder einer Wasserwaage, besitzt aber auf jeder Seite drei Beine. Der Schwanz endet in drei grünen Spitzen, mit deren Hilfe das Tier schwimmt.

Guillaume Rondelet beschreibt in diesen Zeilen eine Larve einer Kleinlibelle und vergleicht diese mit dem Hammerhai (Gattung Libella).

Vor der Durchsetzung des Namens „Libellen“ waren für diese Insekten die Bezeichnungen „Wasserjungfern“, „Schleifer“ oder „Augenstecher“ verbreitet.

[Quelle: wikipedia]

Moment mal! Das Insekt ist nach der Wasserwaage benannt? Ich bin platt und ganz nebenbei mal was gelernt, was man sich auch merken kann. Auch wenn ich wohl keinen Blumenpott mit diesem Wissen gewinnen kann…

Live Ships Map

Ende der Woche las ich in der Hamburger Morgenpost mal wieder einen Artikel über die doch recht merkwürdige Geschichte der „Arctic Sea“. Genau der Frachter der angeblich einmal in der Ostsee von Piraten überfallen und ein paar Tage später dann im Ärmelkanal gekapert bzw. entführt wurde. Naja, im Prinzip ein „Nichts-genaues-weiß-man-nicht“-Artikel. Aber in dem Artikel wurde endlich mal auch das AIS System erwähnt – und zwar bevor am Samstag dieses dubiose Signal im Golf von Biskaya auftauchte. In einer kleinen Box neben dem Artikel wurden dann erfreulicher Weise auch die Seiten unter marinetraffic.com erwähnt.

Das dubiose AIS-Signal bei MarineTraffic.com
Das dubiose AIS-Signal bei MarineTraffic.com

Unter marinetraffic.com kann man sich Schiffspositionen live ansehen, ermittelt durch Stationen die die AIS-Daten auswerten. Also gleich mal schauen was im NOK  oder auf der Elbe so los ist. Sehr schöner Zeitvertreib!

Sonntagvormittag stolperte ich dann über einen ganz netten Artikel bei russland.ru, in dem ich zum ersten Mal von den dubiosen AIS-Signalen im Golf von Biskaya las. Ob man die auch in den Live Ships Maps findet? Ja tut man! Und nicht nur die, sondern die ganze dubiose Reise kann dort verfolgt werden: Genau hier!

Na, wenn das mal keine allerfeinste Seite für Verschwörungstheoretiker, Hobbyforscher und ähnliches ist. Ich hab mir jedenfalls schon mal einen Alert eingerichtet für den Fall das die „Arctic Sea“ wieder auftaucht…

Ab 20 Uhr: Motorboot

Statt schön Peters Bilder im neuen CMS an die Wand zu nageln, war dieses Wochenende kurzfristig netzwerken in der Firma angesagt. War auch schön. Die Bilder sind dann jetzt für das nächste Wochenende geplant.

Mal was ganz anderes.

zeitung

Das die Verkaufsaussichten so nicht besonders groß sind, hätte dem Verkäufer aber schon jemand in der Anzeigenannahme unseres lokalen Mittwochsblatt erzählen können…

Warum eigentlich Dutch?

Es sind so Fragen, die einem eigentlich nur Freitags nach Feierabend einfallen. Vor einigen Freitagen haben wir in kleiner Runde mal recht ergebnisslos darüber gegrübelt, warum Niederländisch auf Englisch wohl Dutch heißt. In den Sprachen, die uns so eingefallen sind, wird eher von Niederländisch bzw. Holländisch gesprochen. Zum Beispiel: néerlandais, olandesi, Holandês, Neerlandes oder Hollandaca. Woher kommt also das dubiose Dutch?

Manchmal kommt die Antwort über Umwege. Ausgerechnet in einem Buch über Belgien und Luxemburg findet sich der folgende Absatz:

In den Niederlanden (wo es dazu neben dem eigenständigen Frisischen im Norden noch eine niedersächsische Dialektregion im Osten gibt) entstand seit dem 16. Jahrhundert im Zuge der von Spanien erkämpften Unabhängigkeit eine Hochsparche. Man bezeichnete sie dort früher als „Niederdeutsch“ oder schlichtweg „Deutsch“ (nederduits bzw. duits – daher das englische Wort dutch) und erst ziemlich spät als „Niederländisch“.

Quelle: Michael Erbe: Belgien Luxemburg

Aha, es stammt von „duits“ – also Deutsch. Nun wissen wir das.